Freiburgs neuer künstlerischer Botschafter am Hafen
Voller kleiner und großer Geschichten präsentiert sich das neue Graffiti am Freiburger Hafen. Auf einer elf Meter breiten Betonwand zauberte Leo Cordes von Die Wandkollegen ein dynamisches Bild mit Freiburger Sehenswürdigkeiten und beliebten Aktivitäten.
Als Leo Cordes Ende April mit den Arbeiten begann, hatte er viele neugierige Besucher. Es kamen Freiburger und auch Touristen vorbei, um ihm über die Schulter zu schauen. Zu hören bekam er ein durchweg positives Feedback, denn die Freiburger freut es, dass weiter Bewegung in den historischen Flecken kommt. Ein wenig künstlerische Freiheit gehört zum Job: die roten Wellen im Bildhintergrund symbolisieren die dynamische Entwicklung, der Radarturm hat die Farbe gewechselt, die Menschen sind nur schemenhaft zu erkennen. Hier geht es ums Gesamtbild, nicht um Feinheiten.
Gemeindedirektor Ernst Hülsen freut sich über das Ergebnis: „Mit dem Graffiti machen wir sichtbar, dass etwas passiert. Alle können sehen, wie sich der Flecken Freiburg mit dem Antrag zur Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm auf den Weg gemacht hat und Veränderungen anschiebt. Mit einer Antwort von Seiten des Landwirtschaftsministeriums rechnen wir im Spätsommer.“
Auf dem Graffiti sind Ereignisse und Gebäude dargestellt, die den Teilnehmenden eines Workshops zur Vorbereitung des Antrags wichtig waren. Wer in Freiburg heiratet, kann sich gleich zwischen vier Trauorten entscheiden, stellvertretend ist hier Gut Schöneworth dargestellt. Den besonderen Charme macht das mit überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden eng bebaute historische Zentrum rund um die St. Wulphardi-Kirche aus. Sie teilt das Schicksal vieler Häuser, denn sie musste nach der Sturmflut von 1825 neu erbaut werden. Heute schützen das Sturmflutsperrwerk und die Deichlinie Mensch und Tier. Weit sichtbare Landmarken sind der Radarturm und die Kirche. Ein Börteboot und ein Segelboot zeugen von der traditionsreichen, maritimen Geschichte und einem sehr beliebten Freizeitvergnügen. Der Blick durchs offene Sperrwerk geht in Richtung Elbe, hinter dem Deich sind die Oberdecks eines Kreuzfahrtschiffs auf dem Weg nach Hamburg zu erkennen.
Pferdeliebhaber aus der ganzen Welt kennen das Land Kehdingen wegen seiner Pferdezucht. Die Region im und am Vogelreservat Elbe ist Drehscheibe des Vogelzugs in Europa mit hunderttausenden Zugvögeln im Herbst und im Frühjahr, die vom Aussichtsturm aus beobachtet werden können. Diese herausragende Landschaft ist einmalig in Europa und soll gemeinsam mit dem Hafen und den Fahrradtouristen stärker in den Fokus genommen werden. Die Windräder signalisieren, dass der Umbau hin zu erneuerbaren Energien unterstützt wird. Freiburg an der Elbe steht für Wasser, Wind und Weite im Norden Niedersachsens und setzt die Segel in Richtung Zukunft.
Mitte Mai stellte Leo Cordes das Graffiti fertig und dies kann jetzt als Selfie-Hintergrund genutzt oder einfach nur bestaunt werden. Und wenn die Besucher dann noch miteinander ins Gespräch kommen, sich auf eine der teilweise neu aufgestellten Bänke setzen und den Blick über den Hafen schweifen lassen, ist der Zweck erfüllt.