Willkommen in Samtgemeinde Nordkehdingen an der Elbe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Samtgemeinde Nordkehdingen
21729 Freiburg/Elbe
Hauptstraße 31
Tel.: 0 47 79 - 92 31-0
Fax: 0 47 79 - 92 31-34
samtgemeinde@nordkehdingen.de



 

Geschichte

 
 
Die erste Besiedlung der Kehdinger Marschen fällt nach den archäologischen Untersuchungen in Südkehdingen in das vierte Jahrhundert vor Christi Geburt.

Tausend Jahre vor Christi verlangsamte sich der Meeresspiegelanstieg und kam vorübergehend zum Stillstand; damit waren die Bedingungen für eine Besiedlung an den Ufern der großen Priele erstmals gegeben.

Ähnlich wie an den Mündungen von Ems und Weser siedelten die Menschen zunächst ohne Wurten. Ihre Siedlungen waren zweifellos nicht sturmflutsicher, wohl aber frei von den täglichen Hochwassern. Die Menschen lebten offenbar vom Fischfang, aber auch wie sich bei den Grabungen herausstellte, schon von Viehzucht. Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen sind als Haustiere nachgewiesen.

Kehdingen war eine einzige Insellandschaft, aufgegliedert durch eine Vielzahl von nahezu senkrecht zur Elbe verlaufenden Prielen. Nordkehdingen ist erst nach der Zeitenwende mehr und mehr aufgeschlickt und gliederte sich zunächst noch in 3 Inseln, bekannt geworden als Baljer Insel, als Insel Wechtern-Freiburg und Hamelwördener Insel. Nordkehdingen war vor 2000 Jahren noch durch einen durchgehenden großen Priel vom Wetterdeich bis südlich Hamelwörden von dem Südkehdinger Bereich getrennt.

Das Moor war, wenn überhaupt, in den ersten Siedlungsphasen in Kehdingen nur von den Rändern her zu nutzen.

Schriftliche Berichte aus der geschichtlichen Frühzeit des Küstenraumes sind von den römischen Geschichtsschreibern Tacitus und Plinius überliefert. Plinius hat als römischer Offizier die Nordseeküste offenkundig von See her kennen gelernt und schreibt mehr gönnerhaft und mitleidsvoll als korrekt von dem Volk der Chauken, das unter widrigsten Bedingungen und beklagenswertes Dasein im Küstenbereich zwischen Ebbe und Flut fristete, vom Fischfang lebte und seine erstarrten Glieder mit „getrockneter Erde“ wärmte. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, wie der Schwarztorf des Randmoores getrocknet zum heizen und kochen genutzt wurde.

Der im 1. Jahrhundert nach Christi weiter steigende Meeresspiegel zwang die Menschen zunächst an der Nordsee aber später auch an der Elbe für ihre Wohnplätze Wurten anzulegen. Die Wurten wurden im Laufe der Zeit sogar zu ganzen Dorfwurten ausgedehnt, anschließend kam es zu Ringdeichen und im 11. und 12. Jahrhundert dann zu einer ersten durchgehenden Deichlinie in Kehdingen und damit zwingend einhergehend den Bau von Schleusen zur Be- und Entwässerung.

Es ist anzunehmen, dass eine neue verstärkte Besiedlung am Ende des 10 Jahrhunderts oder erst im 11. Jahrhundert eingesetzt hat.

Spätestens 1274 ist die Entwicklung Kehdingens zu einer Landesgemeinde, einer sich weitgehend selbst verwaltenden politischen Organisation abgeschlossen.

Trotz verschiedener Aufstände gegen die Landesherren und Niederlagen konnten die Kehdinger sich weitgehend Autonomie bewahren.

Die politischen Repräsentanten waren zunächst Geschworene und ab dem 14. Jahrhundert gewählte Hauptleute der Grundeigentümer. Die Hauptleute traten dem von den regierenden Bremer Erzbischöfen als oberste Gerichtsbeamte eingesetzten Gräfen gegenüber.

Ab dem 14. jahrhundert wird auch sichtbar, dass Kehdingen eigentlich aus zwei Landesteilen besteht, Nord- und Südkehdingen, die nur durch die jährliche gemeinsame Landesverfassung auf dem Schinkel miteinander verbunden sind.

Die weitgehende Autonomie Kehdingens endete erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als es dem Bremer Erzbischof Christoph gelingt, das Land einer durchorganisierten Finanzverwaltung zu unterwerfen.

Das Land Kehdingen umfasste im Mittelalter insgesamt sieben Kirchspiele, die jeweils in mehrere Bauernschaften gegliedert waren; Bützfleth, Assel, Drochtersen und Hamelwörden in Südkehdingen und Freiburg, Oederquart und Balje in Nordkehdingen, zu denen 1635 noch Krummendeich kam.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt sich dann die Trennung von Verwaltung und Justiz und es kommt zur Festigung von kommunalen Gemeindestrukturen.

Die Gemeinden Balje, Krummendeich, Oederquart, Wischhafen und der Flecken Freiburg haben sich am 28. Dezember 1970 anstelle einer vorgesehenen Einheitsgemeinde für die Bildung einer Samtgemeinde entschieden. Somit haben die 5 Mitgliedsgemeinden innerhalb der mit Wirkung vom 1.1.1971 entstandenen Samtgemeinde ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Die Einzelheiten, die Vielfalt, die Besonderheiten und die herausragenden Ereignisse in der Entstehung der Gemeinden Balje, Krummendeich, Oederquart, Wischhafen sowie des Flecken Freiburg/Elbe und der Samtgemeinde Nordkehdingen sind nachzulesen in der Festschrift von 1979 zum 825jährigen Bestehen Freiburgs, der Jubiläumsschrift von 1998 der „Freiburger Schützengilde von 1598“, der Festschrift zum 850jährigen Jubiläum des Flecken Freiburg/Elbe im Jahre 2004, in der Chronik der Gemeinde Oederquart von 1955, der Chronik der Gemeinde Wischhafen Teil I von 2002 und Teil II von 2004, die Weihnachtsflut von 1717 mit dem schweren Grundbruch in Wischhafen aus dem Jahre 2004, Drochtersen-Ritsch zur frühgeschichtlichen Besiedlung in Südkehdingen von 1992, Kehdingen –Peer un Scheep an Priel un Fleth von 2000 und weiteren Schriften.

Darüber hinaus stehen beim Landschaftsverband Stade der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden e.V. eine Vielzahl von Publikationen zu Geschichte und Kultur des Elbe-Weser-Raumes zur Verfügung.
>> www.kulturlandschaft.de
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